Nepal Freerideadventure 2001

Das Abenteuer Nepal 2001 begann am 26.01.01 In Frankfurt. Mit zwei Stunden Verspätung startete unsere Maschine in Richtung Karachi in Pakistan. Dort einige Stunden Aufenthalt und dann weiter nach Kathmandu das wir, das sind Andy Neuhauser, Robert Ziegler, Christian Zimmermann und Markus Kolb am frühen Nachmittag des 27. Sep. erreichten.

Für Christian und mich war es der erste Besuch dieses Landes und entsprechend erlebte ich schon auf der Fahrt vom Flughafen zum Hotel einen kleinen Kulturschock.

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Nach zwei Tagen in der Hauptstadt mit reichlich Sightseeing , Shopping, und den kulinarischen Highlights der Nepalesischen Küche starteten wir am 30. September unsere Biketour nachdem noch Rajendra, kurz Raji, der einheimisch junge Bikeguide zu uns gestoßen ist. Unser Gepäck wurde in ein Taxi verfrachtet das von Rajis Bruder chauffiert wurde. So konnte es dann am späten Vormittag endlich losgehen.

Die erste Etappe führte uns durch die Vororte von Kathmadu wobei ich zum ersten mal einen Eindruck von der Schönheit aber auch von der Armut dieses Landes bekam. Über einen mäßig langen Anstieg über gelb roten Lehmboden und großen Pfützen die die letzten Monsunregen verursacht haben ging es dann durch zahlreiche Siedlungen der Landbevölkerung aber auch schon die ersten weisbedeckten Riesen des Himalajas bekamen wir zu sehen. Traumhafte Abfahrten ließen uns nur erahnen was uns noch an Bikespaß bevorstand.

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So erreichten wir dann am Nachmittag unser Guesthouse in Kakani. Mit 46 km und 1200 hm ein ganz passabler Auftakt. Der nächste Tag begann mit einer kurzen Tragepassagen und ging dann weiter auf einem Pfad durch Dschungelähnliches Gelände wobei der eine oder andere von uns mit einigen unliebsamen Blutsaugern Bekanntschaft machte. Chugas oder zu deutsch Blutegel säumten hier unseren Weg. Der erste schwere Downhill lies unsere beiden Fullyfahrer Robert und Christian einen Glanz in die Augen locken, so erreichten sie auch unsere zweite Station Mulkharka einem kleinen Ort hoch über dem Kathmandutal als erstes.

Unser Quartier bezogen wir dort in einer sauberen Lodge die von Buddhisten bewirtet wurde. Sie bekochten uns mit Dal Bat das nepalesische Nationalgericht dazu gab es Buff (Büffelfleisch). Der war aber wohl schon ein älteres Semester. In einem Bettenlager schnarchten wir dann zu fünft dem nächsten Morgen entgegen.

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Dieser Tag begann gleich mit einem anstrengenden Anstieg der aber noch mal phantastische Ausblicke über das Kathmanduvalley gab. Nach vielen Fotostops erreichten wir dann am Nachmittag im Nebel den kleinen Trekkerort Chiso Pani. In einer Lodge in der auch einige Trekker (Wanderer) Einquartiert waren trafen wir auf einen Hamburger der behauptete ein Trekker stinkt nicht sondern riecht nur. Als er sich dann zum Abendessen barfuß zu uns an den Tisch gesellte waren wir aber anderer Meinung.

Die nächste Etappe begann dann wieder im Nebel und führte uns dann durch sonnebeschienene Reisterrassen. Einige Kinder die auf dem Weg zur Schule waren begleiteten uns auf unserem Weg. Da wir wieder viel zu Fotografieren und Filmen hatten waren die barfuß oder mit typisch nepalesischen Latschen bereiften ABC Schützen nicht

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langsamer als wir. Ein monsunartiger Regenschauer trieb uns in ein kleines Gasthaus und bei einer Tasse schwarzen Tee unterhielten wir uns mit zwei bildhübschen Brahmanenmädchen die des Weges waren. Das Tagesziel hieß Nargakot. Ein Dorf auf einem Hügel mit normalerweise super Aussicht auf die allerhöchsten Berge, aber leider verbargen diese sich hinter einer dichten Wolkenwand.

Am 9. Tag unserer Reise wollten wir das Last Resort an der Tibetischen Grenze erreichen. Nach einer langen Abfahrt und dann noch anstrengenden Kilometern auf Asphalt erreichten wir dieses Camp am frühen Abend. Doch ein kleines Hindernis hatte ich vor allem noch vor mir.

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Eine 169 Meter hohe Hängebrücke trieb mir nochmals den Schweiß auf die Stirn. Während Christian diese fahrend überwand schlich ich mich dicht hinter Andy mit kleinen Schritten über die wackelige Konstruktion . Nach dem wir unsere Zelte bezogen hatten beschlossen wir noch in der Sauna ein wenig zu relaxen. Nach etlichen Aufgüssen mußten wir aber mit Entsetzen feststellen das sich die Tür in der Hitze wohl verzogen hatte und uns in unserer heißen Zelle einschloß . Das Ding machte wirklich keinen Ruck . Mit lauten Klopfen versuchten wir auf uns aufmerksam zu machen aber alles vergeblich. Erst nach 20 Minuten als die Temperatur ein klein wenig nachließ konnten wir uns mit einem kräftigen Zug an der Holztüre aus unseren mißlichen Lage befreien. Dieser Vorfall sorgte natürlich im ganzen Camp für allgemeine Heiterkeit.

Nach einem wohlverdientem Ruhetag an dem wir uns in der traumhaft angelegten Anlage uns mit Faulenzen und Wäschewaschen uns die Zeit vertrieben, starteten wir am 6. Okt. in Richtung Jiri.

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Es war bereits Mittag und wir waren schon etliche Kilometer auf einer geteerten Paßstraße unterwegs als plötzlich ein Wegweiser Jiri 100 km auftauchte. Das schaffen wir heute nicht mehr war uns allen klar. In einer kleinen Siedlung an einem Fluß suchten wir in einem abenteuerlich zusammengenagelten „Hotel“ Unterschlupf.

Am 12. Tag erreichten wir dann endlich Jiri mit einem Tag Verspätung. Der Wirt von unserem nächsten Übernachtung erzählte ganz stolz das er schon mal in der Schweiz war um dort eine Cheesfactory (Käserei) zu besichtigen. So war es auch nicht verwunderlich das dort auch ein Bild vom Bodensee hing. Da es auf unseren nächsten Etappen keine Straßen mehr gab wurde unser Gepäcktaxi von sogenannten Portern (Trägern) abgelöst.

Der nächste Tag begann wieder mit einer traumhaften Bikepiste an einem Fluß entlang, aber nach unserer Mittagspause war dann erst mal Schluß mit Bikespaß. Eine endlose erscheinende Tragepassage über 1000 hm forderte uns gänzlich. Endlich auf der Paßhöhe angekommen ging es abwärts dann auch nur mit geschultertem Bike. Der Gastgeber unserer nächsten Lodge lockte uns dann mit Bier in sein Haus und nachdem wir uns umgezogen hatten stellte sich heraus das es sich dabei um eine einzige Büchse San Miguel handelte die wir dann aber brüderlich teilten.

Der folgend Tag sollte nicht leichter werden. Anfangs noch auf super Trails und ab Mittag dann wieder stundenlanges Tragen, aber immer durch phantastische Landschaftsabschnitte. In Sette dann angekommen war gerade mal der halbe Paß geschafft. Dieser Wirt hatte den gleichen Trick drauf mit dem Bier und was soll man sagen wir glaubten es ihm wieder. Dafür servierte er uns in seiner völlig verqualmten Küche den dort üblichen Raxi; das ist der so übliche Reisschnaps.

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15.Tag. Endlich war der höchste Punkt unserer Tour mit 3531 m erreicht nachdem, wir unser Rad nochmals 3 Stunden durch zauberhafte Rhododendronwälder trugen. Bei der Abfahrt dieser Paßhöhe passierte es dann. Auf einer steilen Stufe überschlug es mich, blieb aber unversehrt. Ich wollt gleich weiterfahren, aber mit Entsetzten blickte ich auf mein etwas unförmiges Hinterrad. Das wars dann wohl dachten wir uns nach dem wir uns schulterzuckend in die Augen guckten. Doch unser nepalesischer Mechaniker Raji ordnete an den Reifen abzumontieren und er verschwand in einem einheimischen Bauernhof um mit drei Holzscheiten und einem Ziegelstein zurückzukehren. Mit geduldigen und gefühlvollen Schlägen versuchte er mit dem organisiertem Werkzeug die Felge wieder auszurichten. Die ersten 10 Minuten sahen nicht sehr erfolgversprechend aus aber dann nach einer halben Stunde hatte er das Kunststück vollbracht dieses „Ei“ wieder in ein brauchbares Hinterrad zu verwandeln. So erreichten wir dann den wunderschönen Ort Junbesi. In einem sehr gepflegten Hotel in dem es dann auch wieder mal Bier gab erholten wir uns von den letzten harten Tagen.

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Tags darauf besichtigten wir dann noch ein Kloster das von Mönchen aber auch von Frauen bewohnt war. Die hatten dann auch ein riesen Spaß mit unseren Rädern die sie auch ausprobieren durften. Das alles fand mit dem fast 7000 m hohen Numbur im Hintergrund statt. Am Abend dieses Tages war dann Phablu ein Ort mit einer kleinen Landebahn erreicht. Ab hier begann dann die „Terra Inkognita“ wie es Andy nannte. Der wohl spannendste Abschnitt unseres Trips weil weder Andy noch der einheimische Raji diese Gegend kannte. Wir wechselten noch ein bißchen Geld in der örtlichen Bank die auch eine gute Kulisse für einen Westernfilm abgäbe.

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Auf einer geplanten Straße die aber wohl noch viele Jahre bis zur Fertigstellung brauchen dürfte ging es jetzt immer Richtung Süden und nach einer strapaziösen Tragepassage die völlig unerwartet kam und hoffentlich auch die letzte war hieß unser nächster Stop Portale das wiederum über 2000 Meter lag. Bei den dortigen Wirtsläuten ordneten wir an doch für uns ein Huhn zu schlachten. Nachdem dieses kurz zuvor noch fröhlich durch die Küche hopsend vom Wirtssohn entsprechend behandelt wurde haute er es dann auf einem Hackstock samt Knochen kurz und klein. Bei diesem Anblick beschloß ich dann an diesem Abend mal vegetarisch zu bleiben, zur Freude der Anderen denen dadurch natürlich mehr blieb.

Am nächsten Morgen bot sich uns noch zum letzten mal ein phantastischer Ausblick auf die ganz Großen des Himalajas unter anderem auch der Berg der Berge der Mt. Everest; allerdings konnte man seine Konturen im fernen Dunst nur erahnen. Von nun an ging es auf meist gut fahrbaren Wegen weiter. Das lästige Tragen war nun endlich vorbei. So war dann Okultunga unser nächstes Tagesziel. Nach dem wir anfangs Probleme hatten ein halbwegs vernünftiges Quartier zu finden ließen wir uns dann im angeblich besten Hotel des Örtchens nieder. Die Zimmer im 2. Stock hatten aber eher einen Baumhauscharakter und die folgende verdiente Nachtruhe wurde dann um 2 Uhr nachts von einem unermüdlich kläffenden Köter unterbrochen. Erst um 4 Uhr verließen ihn wohl seine Kräfte. Kaum war es dann 5 Uhr bliesen sämtliche Hühner des Orts im Morgengrauen zum Appell. Es war ein wahrlich infernalisches Gegackere. Ein Einheimischer der auf der anderen Seite der Bretterwand einquartiert war stimmte dann noch um halb sechs ein nepalesisches Volkslied an. Nach der so beendeten Nacht war dann das Frühstück mit Nudelsuppe und dünnem lauwarmen Kaffe auch kein Trost mehr. Doch die folgende Bikeetappe lies dieses eigentlich erste schlechte Erlebnis schnell vergessen.

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Die Wege waren wirklich ein Traum mit ständig anderem Untergrund und im Grün der schon relativ südlichen  Vegetation war Manamanchang unser nächstes Tagesziel. Eine einfache Lodge aber sehr sauber sollte unser Nachtlager sein. Die Töchter der Wirtin vor allem hatten es an diesem Abend Raji angetan. <?XML:NAMESPACE PREFIX = O />Mit Geschichten die er in Germany erlebt hatte das er kurz vor unserem Abenteuer besucht hatte hielt er die beiden Mädchen noch bis spät in den Abend bei Ohr.

Am vorletzten Radltag hatten wir dann wieder einen sehr langen Abschnitt vor uns. Nach einer langen abenteuerlichen Abfahrt war dann in Badhaure am Solu Kumbu River erst mal Mittagspause in einer Kneipe . Von diesem Ort aus ging dann auch tatsächlich wieder eine Straße weiter die von LKW´s und Linienbussen frequentiert wurde. Ein Segen für unsere Träger die uns in den letzten 7 Tagen einen großen Dienst erwiesen in dem sie zuverlässig und meist  pünktlich unser Gepäck uns hinterhertrugen und teilweise 8 Stunden täglich unterwegs waren. Sie durften ab jetzt mit unseren Seesäcken im Bus sitzen.

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Als wir den Wirt dort nach dem Weg Richtung Katari fragten schmunzelte dieser und meinte 27 km up und 20 km down. Wir blickten uns in unsere salzverkrusteten Gesichter und waren uns im klaren das wird noch ein langer Nachmittag. An diesem Anstieg mußten wir nochmals alle Register ziehen. Anfangs noch bei sengender Hitze dann weiter oben im dichten Nebel erreichten wir die Paßhöhe auf einer Straße die eigentlich gar keine war. Völlig erschöpft traten wir dann die 20 km Abfahrt an, teils auf übelster Waschbrettpiste teils durch tiefe schlammige Furchen die die Reifen der LKW´s und Busse in den weichen Grund drückten. Verdreckt und total kaputt war unser vorletztes Ziel Katari erreicht. Selbst unsere Träger benötigten für diese 47 km mit dem Bus glatte viereinhalb Stunden. Das läßt die Beschaffenheit des Weges erahnen. Unsere "Suite" im dortigen Hotel hatte zwar keine Fenster aber dafür mal wieder eine Dusche; die erste seit Tagen. Tags darauf, nachdem wir unser Gepäck in ein Taxi verfrachtet hatten, gingen wir auf unsere Schlußetappe. Wenn es hier auch nicht die Berge waren die uns zu schaffen machten so war es doch die große Hitze die uns wieder einmal mehr einigen Schweiß kostete.

Erst noch auf Schotter dann auf ordentlichen Asphalt ging es immer in Richtung Süden nach Jankpur an der Indischen Grenz . Diese Stadt hat einen typisch indischen Flair wie aus tausend und einer Nacht. Mit dem Ram Mandir Tempel aus dem 17, Jahrh. Im Hintergrund entstand unser Zielfoto .Tags darauf war mal endlich wieder Ruhetag angesagt. Mit einer Rasur beim Friseur etwas Sightseeing und der Besichtigung der örtlichen Bahnstation verbrachten wir den Tag.

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Am 18. 10. erfolgte der Rückflug nach Kathmandu bei dem wir noch mal das ganze Himalaja Massiv zu Gesicht kamen. Auch der Mt. Everest war diesmal deutlich zu sehen mit seinen kleineren Brüdern Lohtse, Nuptse und Mt. Manaslu. Ein atemberaubender Anblick den wir aber reichlich verdient hatten.

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Der vorletzte Tag unserer Reise war als Reservetag eingeplant was wir dann zu Besichtigung der Königsstadt Bhaktapur, die vor den Toren Kathmandus, liegt nutzten. Samstag 25.Okt. Am Tag der Heimreise wurden wir noch von Andy der noch 3 Wochen länger blieb und Raji zum Flughafen gebracht wo wir uns von den beiden verabschiedeten. So startete dann unser Flugzeug in Richtung Karachi und nach einer Nacht dort im Airport Hotel und Weiterflug nach Frankfurt am Sonntag endeten die wohl aufregendsten und schönsten dreieinhalb Wochen.

Viele Strapazen und Entbehrungen aber auch unvergeßliche Eindrücke lagen hinter uns. Aber um Nepal kennenzulernen so wie es ist, gibt es wohl kaum eine bessere Möglichkeit als mit dem Rad .

Markus Kolb, Christian Zimmermann, Robert Ziegler