
Steinmännle-Tour
Die alljährlich stattfindende „Männertour“ der RVA-Mountainbiker führte dieses Jahr wieder einmal nach Italien. Die Wahl fiel auf den gerade erst veröffentlichten „Stoneman-Trail“ von Roland Stauder, der relativ genussvolle Etappen im Bereich der Sextener Dolomiten versprach. Frühmorgens mit dem Bus nach Sexten, star-teten die 7 Teilnehmer mit ihren Bikes am späten Vormittag zur lockeren Aufwärm-Runde. Aber bereits ab der Nemes-Alm wurde die Strecke so steil, dass –auch wegen zusätzlichem losem Gerölls- nichts anderes übrig blieb, als die Räder vollends zur Passhöhe zu schieben. Nach einer kurzen Rast war wieder Fahren angesagt, wobei der Höhenweg bald in eine rasante Abfahrt überging. Der An-stieg vom Talpunkt Padola zum Kreuzberg-Pass forderte erneut alle Reserven, wobei Myriaden von Fliegen den Anstieg nicht unbedingt angenehmer gestal-teten. Da die Radler die Tour nicht auf der Fahrstraße hinunter nach Sexten be-enden wollten, vertrauten sie der Original-Wegweisung, was sich bald rächen sollte. Anstatt hinab ging es bergan, und erst nach weiteren 300 Höhenmetern konnten die Bremsen ab den Rotwandwiesen aktiv werden. Nach 1900 Höhen-metern und 58 km kamen die ausgelaugten Radler gerade rechtzeitig zum Nudelbuffet zurück ins Hotel.
Am nächsten Morgen konnten sich die Beine auf dem Drau-Radweg hinunter nach Sillian erst mal erholen, bevor es 900 hm hinauf zur Leckfeld–Alm ging. Ab da war wieder Schieben angesagt, war der Weg zur Sillian-Hütte auf 2450 m Meereshöhe doch mehr als steil. Nach einer Pause und weiteren 100 Höhenmeter hinauf zum Hornischegg führte der weitere Streckenverlauf in stetigem Bergauf und Bergab zur „Demuts-Passage“. Hier erwies sich, dass die Altvorderen Ortsbezeichnungen nicht von ungefähr vergeben haben: „Schieb-Fahren“ auf schmalen Steigen war angesagt, für den Blick auf die beeindruckenden Felsen der Dolomiten verzichte-ten die Radler lieber. Nach etwa 1 Stunde war der Gebetsfahnen-Platz nach Tibe-tanischem Vorbild erreicht und nach einem kurzen Anstieg zum Silvello-Pass ging es im rasanten Sinkflug zurück ins Hotel.
Die letzte Etappe der dreitägigen Tour führte über Innichen nach Neutoblach, von dort schlängelte sich ein Waldweg, der sich im weiteren Verlauf zum Pfad ver-engte, 1800 m am Stück hinauf zum Marchkinkele. In sengender Hitze auf 2454 m Meereshöhe angekommen, fanden sich außer einem grandiosen Blick hinüber zu den 3 Zinnen weder eine Hütte noch ein Brunnen, so dass nichts anderes übrig blieb, als etwas Schnee zu sammeln, um den schlimmsten Durst zu stillen. Die Radler verließen schnellstmöglich den unwirtlichen Ort und vertrauten sich einem Singletrail an, der zwar eng, aber erstaunlich gut zu fahren war. In Fall-Linie vernichteten sie die zuvor gewonnene Höhe unfallfrei und ließen sich in Winne-bach die lang ersehnten Getränke und eine Pizza schmecken, ohne die sie die Rückfahrt ins Hotel und die anschließende Heimfahrt wohl nicht geschafft hätten.



