
13.04.2002
Mit gemischten Gefühlen - bedingt durch die negativen Wettervorhersagen für Italien - fuhren wir um 5 Uhr mit 5 Autos (besetzt mit 16 Radbegeisterten) in Buchloe los. Im Gegensatz zum letzten Jahr verlief die Anreise völlig problemlos. Am Brenner began es stark zu regnen, was sich deutlich auf die Stimmung auswirkte. Je südlicher wir kamen desto geringer wurde unsere Hoffnung auf gutes Wetter: Regen, Regen.
Aber der Wettergott hatte doch noch ein Einsehen. Gatteo a Mare erwartete uns mit sonnigen 20 Grad. Um 13:20 Uhr schwangen wir uns auf unsere Räder zur Einführungsrunde über Savignano sul Rubicone, Borghi nach Verucchio und über Santarcángelo zurück nach Gatteo (67 km). Nicht überrascht wurden wir durch die Leistung des seit Freitag neuen Mitglieds Jochen Tröber, der schon am ersten Tag sein Ziel erreichte und sich in der Spitzengruppe - Rad an Rad mit seinem ehemaligen Schulkameraden "Milka"- behaupten konnte. Um 17 Uhr setzte der Regen wieder ein. Na ja was es heute regnet kann uns morgen nicht mehr nass machen.
14.04.2002
Am Morgen war der Himmel noch ziemlich bedeckt, das löste sich aber im Laufe des Vormittags auf und wir starteten um 10 Uhr bei Sonnenschein über Savignano zur ersten Etappe, dem Passo Siepi. Nach einer tollen Abfahrt gings auf der Hauptstrasse Richtung Novaféltria, wo sich die Gruppe trennte.
Die schnelle Gruppe (Jürgen alias "Milka", Harry, Peps und Jochen) erklommen den Anstieg nach Perticara und weiter nach St. Agata, bergab nach Sarsina, über Mercato S. zum dritten Anstieg des Tages, dem Barbotto.
Die zweite Gruppe machte in Novafeltria Mittag und starteten dann gestärkt den Anstieg nach Perticara. Dort kamen Sie in einen heftigen Regenschauer, denn Sie dazu nutzten den Start der Formel 1 zu verfolgen. Danach gings weiter über den Höhenzug zum Barbotto. Dort trafen Sie auf die erste Gruppe, die dort Ihre Mittagspause einlegte. Beide Gruppen fuhren dann im wieder einsetzenden Regen die Abfahrt Richtung Sogliano und dann zurück nach Gatteo. Während der Abfahrt löste sich das Schaltwerk von Harry in seine Einzelteile auf, zwei Teile konnten nicht mehr gefunden werden. Auf den letzten 20 km kam dann wieder die Sonne heraus.
Die dritte Gruppe legte denselben Weg zurück wie die zweite Gruppe (von Novafeltria über Perticara und Barbotte zurück zum Hotel). Die erste Gruppe kam auf 120 km (1600 Höhenmeter), die beiden anderen auf 100 km (1200 Höhenmeter).
15.04.2002
Heute früh zeigte sich das Wetter schon von Beginn an freundlicher als gestern. Trotzdem machten wir uns schon um 9:30 Uhr auf den Weg um dem drohenden Regen am Nachmittag frühzeitig ausweichen zu können. Zielpunkt war die Burg San Leo. Auf dem Weg dorthin mußte Peps wieder mal austretten, das Hauptfeld verfuhr sich an einer Kreuzung und schon war die Trennung wieder perfekt. War das Absicht? Das Hauptfeld machte kehrt und schlug den richtigen Weg nach San Leo ein. Dort angekommen traffen wir wieder auf Peps, der sich inzwischen die Burgfestung genauer angeschaut hatte. In San Leo erfolgte die Trennung in drei Gruppen. Gruppe 1 (Peps, Harry, Jürgen) fuhren über den Passo Siepi zum Montetiffi, auf den Höhenzug zwischen Perticara und Barbotto weiter zum Barbotto und zurück nach Gatteo (123 km). Die zweite Gruppe machte vor dem Anstieg zum Passo Siepi Mittag in Secchiano. Nach der Abfahrt vom Passo Siepi bewältigten wir den Anstieg nach Sogliano, um die gestern durch den Regen entgangene Abfahrt nachzuholen. Danach gings über Borghi und Savignano zurück nach Gatteo (100 km, 1200 hm). Die dritte Gruppe fuhr nach San Leo noch weiter hinauf nach Serra di Maiola, abwärts nach Navafeltria und auf der Hauptstrasse zurück zum Hotel (102 km).
16.04.2002
Da heute der letzte Tag für die vier Kameraden war, die morgen zum Gardasee fahren, um dort noch Mountainbike zu fahren, hatten Sie für heute die freie Auswahl der Tour. Zur Wahl stand Ciola - Barbotto oder die berühmte Pizza in San Marino. Da der kulinarische Anreiz doch größer war, fiel die Entscheidung auf San Marino. Peps stellte von Anfang an klar, dass er dieses Jahr nicht bis ganz nach oben fahren wird, da er den Trubel (Touristen) schon die letzten 5 Jahre erlebt hat. Also stand die gemeinsame Anfahrt über Savignano, Borghi, Villanova, Montemaggio bis zum ersten Kreisverkehr in San Marino auf dem Programm. Das Wetter meinte es heute nicht so gut mit uns, denn der Himmel zog immer mehr zu. Eine Handvoll schloss sich trotz der unsicheren Wetterlage Peps (unter anderem Weinhard mit der Aussage: "Einmal möchte ich auch eine g´scheite Tour machen") an um eine neue Strecke über Montegrimato, Monte Cerignone nach Villagrande (diesen Ort kennen wir schon durch die Carpenia Tour) auszuprobieren. Danach gings über San Leo, Borghi zurück zum Hotel. Diese Gruppe hatte Glück denn Sie wurden mit dem Regen nur durch bereits nasse Strassen konfrontiert. Die restlichen entschieden sich für die direkte Abfahrt nach Verúcchio, machten dort Mittag und mußten danach im strömenden Regen heimfahren. Mut zum Risiko wird doch manchmal belohnt.
17.04.2002
Heute schrumpfte die Gruppe von 16 auf 12, da vier Kameraden zum Gardasee zum Mountainbiken aufbrachen. Das Wetter zeigte sich schon in der Früh von der unsicheren Seite. Normalerweise fährt man bei dieser Wetterlage gar nicht los, denn die Regenwahrscheinlichkeit schien sehr hoch zu sein. Trotzdem wagten wir den Start und fuhren über Savignano und Sogliano bei stetigem Anstieg bis zum Abzeig nach S. Maria Riopetra. Der "Stier" - anfangs noch in der Führungsgruppe - konnte die Geschwindigkeit nicht halten, fiel zurück, verfuhr sich und so kam die Gruppe "Ernst" zum oben erwähnten Abzeig und alle rätzelten wo der "Stier" abgeblieben war. Doch er hatte seinen Fehler bemerkt und kam 10 Minuten später wieder zur Gruppe. Jetzt teilten wir uns in zwei Gruppen. Die erste Gruppe fuhr über S. Maria Riopetra (bei der Abfahrt eine Reifenpanne von Uli) nach Borello und weiter nach Linaro zum ersten Pass, dem Ciola (dort trafen wir die zweite Gruppe). Nach der Abfahrt nach Mercato folgte der Anstieg zum Barbotto. Der "Stier" war hochmotiviert seinen Titel aus dem letzten Jahr zu verteidigen, aber leider ohne Erfolg. Nach anfänglichem Mithalten in der Spitzengruppe wurde er Schritt für Schritt nach hinten durchgereicht. Originalzitat Stier: "Es kann nicht jedes Jahr klappen" (Das verbindet ihn mit Jan Ulrich - nicht böse gemeint!). Peps und Hermann legten noch eine Zusatzrunde über Montetiffi und Gorollo (20% Stichel), während die anderen die direkte Abfahrt vom Barbotto wählten. Die zweite Gruppe fuhr im Endeffekt umgekehrt hoch zum Barbotto, Abfahrt nach Mercato, hoch zum Ciola und über Linaro, Borello und Cesena zurück. Trotz der unsicheren Wetterlage bekamen wir keinen einzigen Regentropfen ab. Da konnten wir uns wirklich nicht beklagen. Tagesleistung 123 km.
18.04.2002
Heute stand die Königsetappe auf dem Programm: Carpenia (auf 1000m). Nach anfänglichen Diskussionen ob wir dieses Jahr anders herum fahren (über Pennabilli) sprachen sich die meisten für die Tour der letzten Jahre aus. So starteten wir um 10 Uhr bei sonnigem Wetter - kamen aber nicht weit, da Horst einen Platten fuhr. Die "langsame" Gruppe blieb zum Flicken zurück, während die anderen bereits über Savignano, Borghi, Verúcchio, Villanova Richtung San Leo fuhren. Am üblichen Rastplatz vor dem Anstieg zu San Leo stieß die "langsame" Gruppe aber wieder auf die "schnellere" und gemeinsam begannen wir den Anstieg zu San Leo. Über Mad. di Pugliano, Villagrande gings Richtung Carpenia. Die Gruppe zerfiel wieder in zwei Gruppen, aber allzulanges Warten war nicht angebracht, da es je mehr wir an Höhe gewannen immer kühler wurde. Die Abfahrt nach Caturchio machten aufgrund der Temperaturen keinen großen Spaß und so war jeder wieder froh beim letzten Anstieg zur Carpenia wieder warm zu werden. Während dieses Anstiegs erreichte uns die Nachricht vom Freitod einer sehr guten Bekannten - die Stimmung fiel auf dem Tiefpunkt. Nach dem Essen gings in rasanter Fahrt abwärts nach Pennabilli und Novaféltria. Von dort hätten wir auf der Hauptstrasse weiter fahren müssen. Um dem Verkehr zu umgehen entschlossen wir uns über den Passo Siepi und damit übers Usotal zurückzufahren. Damit war der Tag mit 1800 Höhenmetern und 130 km geschafft.

19.04.2002
Den letzten Tag wollten wir langsam ausklingen lassen und auch mal in eine andere Richtung fahren. So entschieden wir uns für das Gebiet um Méldola. Die etwas längere Anfahrt auf verkehrsreichen Strassen führte über Pisignano, Forlimpopoli nach Méldola. Kurz vor Méldola wurden wir durch die Reifenpanne von Weinhard gebremst, aber keiner war beleidigt eine Pause einlegen zu müssen. Von da an gings ins wunderschöne Hinterland. Die "langsame" Gruppe fuhr über Teodorano, M. Cavalo nach Borello, während der Rest über den Pivio di Rivoschio und Linaro nach Borello kamen. Nach einer kurzen Cappuccino Pause (bei 30 Grad in der Sonne) gings gemütlich über Cesena zurück nach Gatteo. Die letzten 115 km waren geschafft.
Fazit
Wir hatten wieder einmal großes Glück mit dem Wetter und konnten so jeden Tag unsere Ziele erreichen. Wie groß unser Glück war zeigte sich deutlich auf der Heimfahrt. Bereits nach 100 km kamen wir wieder in ein heftiges Regengebiet und am Brenner selbst herschte tiefster Winter. Gott sei Dank wurden wir - abgesehen von ein paar Reifenpannen - von größeren Unfällen verschont. Erfreulich ist das es uns immer wieder gelingt erstes mit einer so großen Gruppe fahren zu können (damit ist jede Leistungsstufe vertreten, die Aufteilung erfolgt automatisch und jeder hat Spaß an dieser Tour) und zweitens immer wieder neue Mitglieder zu gewinnen, die dann mit deutlich spürbarer Freude mitfahren..















