
Lana 09.08.- 11.08.2003
* Samstag 09.08.: Prad (907m) - Stilfser Joch(2757m) - Bormio (1222m) - Stilfser Joch (2757m) - Prad (907m)
* Sonntag 10.08.: St. Leonhard (650m) - Jaufenpass (2094m) - Sterzing (1247m) - Penserjoch(2210m) - Bozen (265m)
* Montag 11.08.: Schnalstal (2011m)
Eine Gruppe Rennradler des Radfahrverein Adler Buchloe unternahm einen Dreitagesausflug nach Südtirol um dort einige der schönsten Bergpässe im "Sitzen" zu erklimmen. Nach der Anfahrt mit Pkw´s am frühen Morgen über Fernpass und Reschen nahmen sie als erstes das Stilfser Joch unter die Räder. Während es Steigungen bis zu 15% zu überwinden galt, war der Blick frei auf die Firnfeldern und Gletscherbrüche von Ortler und Monte Zebru sowie auf die Trafoier Eiswand bis hin zu den Madatschspitzen.
Nach 48 nummerierten Kehren und 1900 Höhenmeter war nach 28 Kilometern das erste Tagesziel erreicht. Am Stilfser Joch gab es nur eine kurze Trinkpause, denn der Aufenthalt auf der leider durch die vielen Geschäften unschön wirkenden Passhöhe war nicht reizvoll. Aber dann genossen die Radsportler die rasante Abfahrt hinunter nach Bormio wo mit Spaghetti die Kohlenhydrate für die Rückfahrt aufgefüllt wurden. Auf der 22 Kilometer langen Steigung zurück zum Stilfser Joch mussten neben den 31 Kehren die große Hitze bewältigt werden. Mit trinken, trinken, trinken und einer außerplanmäßigen Einkehr schafften alle erneut die 2757 Meter hohe Passhöhe und erreichten nach einer sehr anspruchsvollen Abfahrt wohlbehalten den Parkplatz in Prad. Mit den Autos ging es dann zum Stützpunkt nach Lana bei Meran, wo die kühlen Getränke und der Swimmingpool für einen angenehmen Tagesausklang sorgten.
Am zweiten Tag standen eine etwas längere Tour und nicht weniger Höhenmeter auf dem Programm. Die Runde über Meran, St. Leonhard, Sterzing und über Bozen wieder zurück nach Lana hatte es in sich. Es lagen zwei für Bergfreunde begeisterungsfähige Pässe dazwischen. Auf den 2094 Meter hohen Jaufenpass war mit 18 Kilometer ein Höhenunterschied von 1400 Metern zu überwinden. Die frühe Tageszeit und die teilweise bewaldeten Hänge ermöglichten eine relativ angenehme Bergfahrt vom Passeier- ins Eisacktal. Nach einer ausgiebigen Einkehr unterhalb der Passhöhe führte eine schöne Talfahrt in die immer heißer werdenden Gefilde. Nach nur zwei Kilometern ohne Steigung ging es vorbei an Sterzing wieder sehr unflach hinauf zum Penser Joch. Dabei verlangte zusätzlich die ungewöhnliche Sommerhitze den zehn Buchloern (neun Männer und eine Frau) großen Einsatzwillen ab.
Aber bei der Einkehr auf der Passhöhe waren allen frohen Mutes und erzählten sich gegenseitig wie jeder für sich die 1263 Meter Höhendifferenz geschafft hatte. Während die Flüssigkeitsspeicher wieder aufgefüllt wurden, freuten sich die Radenthusiasten schon auf die 53 Kilometer lange Abfahrt nach Bozen. In rasanter Fahrt ging es in der Gruppe talwärts. Dabei mussten allerdings 23 zum Teil unbeleuchtete Tunnels passiert werden. Auf 265 Meter über Meer herrschte wieder die große Hitze (laut Temperaturmesser am Fahrrad maximal 44°C), aber die Rückfahrt nach Lana durch die Südtiroler Obstplantagen empfanden (fast) alle als schön. Als Entschädigung für die freiwilligen Strapazen erlebten sie einen fröhlicher Abend mit ausreichend Getränken und einer Riesenpizza.
Am dritten Tag wurde zum Abschluss eine etwas kürzere Bergfahrt ausgewählt Über Meran ging es mit leichteren Steigungen nach Naturns und von dort ins Schnalstal. In einem traumhaft schönen Tal arbeiteten sie sich mit maximal 16 % Steigung 24 Kilometer bergan bis zu den Ötztaler Alpen. Nur seitlich des grün schimmernden Vernagt Stausees verlief die Straße nahezu flach um dann gleich wieder kräftig anzusteigen bis an das Talende in Kurzras, wo die Gletscherbahn auch zahlreiche motorisierte Touristen anlockt. Im Gegensatz zu einer Bergtour zu Fuß konnten die Radler nun eine begeisternde Abfahrt auskosten, die nur durch eine gelungene Pizzaeinkehr unterbrochen wurde.
Auf einem der schönsten Radwege entlang der Etsch ging es wieder zurück nach Lana, wo noch einmal der Swimmingpool für Abkühlung sorgte und die Heimfahrt angetreten wurde.

Wenn auch viele Nichtwissende glauben, dass man verrückt sein muss um sich für derartige Radtouren zu begeistern, die 10 waren glücklich und schwärmten noch lange von den intensiven Erlebnissen. Insgesamt hatten sie auf den 349 Kilometern 8237 Höhenmeter bewältigt.







