Ötztaler-Radmarathon 2006

Es ist noch dunkel und das Thermometer erreicht nicht einmal die 10 Grad-Marke. Die Straße ist nass, es nieselt leicht. Widrige Bedingungen zum Radfahren? Ja, wenn es eine gewöhnliche Ausfahrt wäre. Das ist es aber diesmal nicht. Beinahe begeistert springen die sechs Mitglieder des RV Adler Buchloe auf ihre Rennräder und rollen zum Start in Sölden/Österreich: Schließlich haben sie sechs der 4000 begehrten Startplätze beim Ötztaler Radmarathon ergattert. Auf Sebastian Kohlhofer, Fidel Kreuzer, Jochen Tröber, Patrick Choinowski, Hannes Weber und Klaus Weisbrod warten 238 Kilometer und 5500 Höhenmeter.

Es ist mit der anspruchsvollste Marathon für Profi- und Hobbyradler. Die sechs Buchloer wissen das. Einige haben die Strecke schon in den Vorjahren abgefahren. Und dieses Jahr waren sie bestens vorbereitet. Hinauf ins Kühtai setzte sich der jüngste, Sebastian Kohlhofer mit dem vorderen Feld ab. Fidel Kreuzer, Patrick Choinowski und Jochen Tröber fuhren im vorderen Mittelfeld mit. So blieb es auch bis zum Ende. Zügig ging es vom Kühtai hinunter nach Innsbruck und hinauf zum Brenner. Einer kurzen Abfahrt nach Sterzing folgte der Aufstieg zum Jaufenpass in Südtirol. Die stetige Steigung über knapp 20 Kilometer raubte so manchem bei Sonnenschein viele Körner. Doch die Buchloer bissen sich durch. Auch am Timmelsjoch, dem letzten und steilsten Pass des Tages. Teils von Krämpfen geplagt, teils euphorisch, überwanden die sechs das Dach des Ötztaler Radmarathon (2509 M.ü.M.) scheinbar mühelos.

Während sich Fidel Kreuzer und Patrick Choinowski noch in den letzten Kehren des Schlussanstiegs befanden, sprintete Sebastian Kohlhofer in Sölden bereits ins Ziel. Der 19-jährige war der beste Buchloer mit einer Zeit von 8 Stunden 53 Minuten. 50 Minuten später kamen die anderen beiden mit der Gewissheit ins Ziel, unter zehn Stunden geblieben zu sein. Jochen Tröber schaffte das bei seiner ersten Teilnahme nicht ganz: Er benötigte 10 Stunden 30 Minuten, eine Zeit, die ihn in der Mitte des Feldes platzierte. Glücklich waren auch Hannes Weber und Klaus Weisbrod. Die beiden „Oldies“ bewältigten den Marathon in 11 Stunden 20 Minuten, und das, obwohl sie sich am Jaufenpass und am Timmelsjoch nicht nur mit der Steigung, sondern auch mit dem Regen quälen mussten.

Das Teamresultat des SV Adler Buchloe kann sich sehen lassen. In der Mannschaftswertung belegten die „Exquisa-Fahrer“ den 48. Platz. In der Einzelwertung fuhren Sebastian Kohlhofer (347.), Fidel Kreuzer (961.) und Patrick Choinowski (964.) unter die ersten 1000. Alle sechs durften sich zudem über das „Finisher-Trikot“ freuen, das nur die Fahrer erhalten, die die 238 Kilometer lange Runde erfolgreich gemeistert haben.

 

©’ 06 by Patrick Choinowski

 

 

www.oetztaler-radmarathon.com

 

 

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