
Andermatt 2. - 5. August 2007
1.Tag
Anfahrt mit 'le boeque' nach Glarus (472m)
Nach dem Klöntaler See geht's Autofrei auf den Pragelpass (1550m). Die Abfahrt ist derart steil und schmal, dass sie bei übersehenem Gegenverkehr keine Möglichkeiten mehr bietet.
Über das isyllische Muotatal und Schwyz erreichen wir den sehenswerten Urnersee (434m) . Die Uferstraße ist sark befahren, aber im Südteil gibt es eigene Tunnels und Gallerien für Radler und Fußgänger. Bei Altdorf beginnt dann der Spaß mit dem Klaussenpass (1952m), der in einem Gewitterregen endet.
94km / 2800Hm
2.Tag
Nachdem es immer noch nass und eiskalt ist wird eine sehr kurze Route gewählt und der Start auf 11:30 Uhr verschoben.
Über den komplett im Nebel liegenden St.Gotthard ( 2109m aber nix zu sehen - keine Fotos) hinunte rins Val Leventina nach Airolo (1159m) Bei der Abfahrt empfiehlt es sich von der Kopfsteipflasterstraße des Val Tremola auf die Kraftfahrstraße zu wechseln, die auskragenden Kehrenkonstruktionen bringen zwar einige Windprobleme, dafür fällt einem in Airolo beim Cappuchino nicht die Tasse aus der Hand.
Es folgt eine laaange Anfahrt (22km) zum Nufenenpass (2478m). Normalerweise hat man von hier einen atemberaubenden Blick auf die Gletscherwelt um das Finsteraarhorn an der gegenüberliegenden Talseite der Rhône , aber leider war ab ca. 2700m alles von Wolken verhüllt. Die Abfahrt nach Ulrichen(1346m) war eher steil und kurz. Nun gings über den letzten Pass dieses Tages, den Furka (2431m) zurück nach Andermatt(1447m). Diese Strecke sind einige von uns letztes Jahr in umgekehrter Richtung gefahren; dennoch ist es jedesmal etwas besonderes bei Gletsch dieses Hochtal zu erreichen. Bis hinauf zur Passhöhe des Furka sieht man den Grimselpass, wie er sich in langen Schleifen vom Bahnhalt der Dampfbahn Furka Bergstrecke mit seinen alten Hotelbauten zum Gletschersee hinaufschlängelt; und unter sich dutzende von Kehren und Rampen des Furka bis zum Belvédère. Dazwischen die junge Rhône, die aus der leider nur noch kurzen Gletscherzunge sprudelt. Nach diesen trunken machenden Anblicken versucht die in Nebel liegendende Passhöhe wieder auf ca. 8°C herunterzukühlen; was ihr selbstverständlich, gegen die überwältigende Menge Endorphin, nicht gelingt.
110km/3133 Hm
3.Tag
Die 'Königsetappe'
wurde aus Wettergründen um einen Tag auf diesen Samstag verschoben.
Zur Abwechslung gings erstmal bergab; durch die Schöllenenschlucht vorbei an der Teufelsbrücke hinab nach Wassen (916m). Hier ist der Einstieg in den Sustenpass. Kilometerlang geht es das Meiental entlang auf den Fünffingerstock zu, der zwar majestätisch aber dennoch im Weg steht.
Es kommen noch ein paar Serpentinen mit ca 9%, und nach einem Tunnel ist die Passhöhe (2224m) erreicht. Auf der Westseite ist die Landschaft mindestens genauso pittoresque, aber bei der Abfahrt bleibt der Blick auf der Straße! Also komm' ich näxtes Jahr wieder für diese Auffahrt.
In Innertkirchen, nach einem kurzen Wasserstop, gehts Richtung Meiringen (595m). Den Abzweig ins Rosenlauital könnte man leicht verpassen.
Jetzt kommt die sensationelle Auffahrt auf die große Scheidegg, im unteren Teil viel Schatten, durchgehend schmale Straße, ab Schwarzwaldalp kein Autoverkehr, außer dem Postbus.
Man ist so mit Staunen über diese hinreißende Landschaft beschäftigt, dass man gar nicht bemerkt, dass es nun für einen Kilometer 12% steil ist, die letzten 5km haben aber nur 9% im Schnitt. Die Einkehr in 1962m Höhe ist trotz der erschwerten Bedingungen überlaufen, einige sind wahrscheinlich mit dem Postbus gekommen, trotzdem gelingt es auch dem letzten unter uns einen Teller Spaghetti zu ergattern. Von der Sonnenterasse aus wollen wir noch etwas den Blick auf den Eiger genießen, doch die Zeit drängt, wir müssen noch über Grimsel und Furka nach Hause.
Nach der bremsenmordenden Abfahrt macht sich jeder in seinem Tempo an die 31km Bergfahrt zur Grimselpasshöhe (2165m). Hier ist auch wieder der obere Teil der interessantere. Mit seinen Durchbrüchen durch den Grimselgranit, den Galerien, Staumauern und Bergseen ein schönes Erlebnis. Wer Lust hat kann noch die Panoramastraße zum Oberaargletscher fahren, dort ist man dann in der Gletscherwelt, die man vom Nufenenpass aus hätte sehen sollen.
Abwärts gehts am Totensee an der Grimselpasshöhe vorbei, hinunter nach Gletsch; nach sechs Kurven 400m tiefer. Von hier, wie am Vortag nach Hause.
155km / 4900 Hm
4.Tag
Am letzten Tag unserer kleinen Bergtour fahren wir über den Oberalppass(2045m) im Osten von Andermatt bis Disentis(1130m) im Vorderrheintal. Dort wenden wir uns gen Süden um über den Passo del Lucomagno(1914m) ins Tessin bis nach Biasca (295m) zu gelangen. Erst dort stößt man auf's Vale Leventina hinauf nach Airolo, wo wir schon zwei Tage zuvor beim Cappuchino saßen. Dann geht es über die historische (Kopfstein) Gotthardstraße im Vale Tremola zur Passhöhe(2109m) und wieder hinab nach Andermatt.
157 km / 3250Hm
Andermatt war ein idealer Ausgangspunkt, um die Zentralschweiz zu beradeln. (Dazu reicht aber auch schon ein Blick auf die Karte).
516km / 14000Hm
Wir waren in folgenden Kantonen : Glarus, Schwyz, Uri, Tessin, Wallis, Bern und Graubünden.
Wir haben so gut wie alles gesehen, aber man könnte ja die Pässe noch von der anderen Seite befahren ...










